In der letzten Zeit der Einsamkeit, in der er sich, mit dem Gesicht zur Diwanlehne gekehrt, befand, jener Einsamkeit inmitten der reich bevölkerten Stadt und seiner zahlreichen Bekannten und Familienangehörigen - jener Einsamkeit, die nirgends, weder unter der Erde noch auf dem Meeresgrund hätte größer sein können - in der letzten Zeit dieser entsetzlichen Einsamkeit lebte Iwan Iljitsch bloß durch die Erinnerung an die Vergangenheit. Eines nach dem anderen erstanden vor ihm Bilder aus seiner Vergangenheit. Es fing stets beim nächstliegenden an und näherte sich immer mehr der entferntesten Zeit, der Kindheit zu.
Der Tod des Iwan Iljitsch (Leo Tolstoi)
juli-zeh-02
Eigentlich mag Britta keine Spielplätze. Es macht sie traurig zu sehen, was aus Menschen wird, die sich ausschließlich für ihre Kinder interessieren. Väter, sie sich beim stundenlangen Anschubsen der Schaukel den Arm ausleiern. Mütter, die aus allen vieren durch Plastikröhren kriechen und dabei wie Schweine grunzen. Ehepaare, die voller Eifer gemeinsam Sandburgen bauen, während die Dreijährige gelangweilt ins Leere starrt.
Leere Herzen (Juli Zeh)