Herbsttag (Rainer Maria Rilke)

Herr: Es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß. 
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren 
und auf den Fluren laß die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten reif zu sein 
gib Ihnen noch zwei südlichere Tage 
dräng sie zur Vollendung hin und jage 
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr, 
wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben, 
wird lesen, wachen, lange Briefe schreiben 
und wird auf den Alleen hin und her 
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

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Es war einmal eine große Stadt, in der lebten zwei Kinder, ein Junge und ein Mädchen. [...]. Die Stadt bestand aus zwei Hälften. Die eine lag nach Osten hin, die andere nach Westen. [...]. Zwischen Ost und West aber war eine Grenze, viel Gerede und viel Feindseligkeit. Die Stadt hieß Berlin. Durch die geteilte Stadt floss ein Fluss. Er floss im Südosten in die Stadt hinein und im Nordwesten wieder heraus. Der Fluss hieß Spree und an seinen Ufern gab es viel Grün, aber auch Fabriken und Häuser. Und da der Fluss mitten durch die Stadt hindurchfloss, war auch er zweigeteilt.

Die Flaschenpost (Klaus Kordon)