Plötzlich kommen Vincent die Tränen. Er gibt jedoch keinen Laut von sich und starrt weiter auf den Fernseher, als ob er es vor mir verheimlichen will. Ich umarme ihn, und erst da fängt er richtig an zu weinen. Nach einer Weile hat er sich wieder beruhigt und ist eingeschlafen. Ich schaue längst nicht mehr fern, sondern nur auf ihn. Habe wieder die alten Bilder vor mir: Wie ich nach dem Tod meiner Eltern allein in meinem Internatszimmer sitze, noch mit Schnee in den Haaren. Wie ich unsicher auf dem Pausenhof stehe und die anderen Kinder beim Spielen beobachte. Wie es mich davontreibt, fort, fort, fort. Ich sehe mich selbst so sehr in diesem Jungen, dass es mich schmerzt.

Vom Ende der Einsamkeit (Benedict Wells)

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Ich wollte nicht, dass dieser Tag begann. Ich wollte liegen bleiben und weiterschlafen, aber durch die weit geöffneten Fenster drangen in unser Schlafzimmer das Lachen der Gemüseverkäufer und das Rattern der Straßenbahn. Unsere Wohnung lag nicht weit vom Hauptbahnhof entfernt. Hier, zwischen einer chinesischen Wäscherei und einem alternativen Jugendzentrum, lebten wir. Unsere Wohnung war heruntergekommen und baufällig, aber sie war günstig.

Der Russe ist einer, der Birken liebt (Olga Grjasnowa)